Jesus & Chris haben mit ihrem kleinen Laden eine große Idee geschaffen, die Künstlern – egal ob „etabliert“ oder einfach nur so gut & inspirierend – die diversesten Künstlern einen Raum gibt, sich zu zeigen. Zu berühren und berührt zu werden. Das gibt es im öffentlichen Raum nicht mehr ganz so oft.
Hierher kommen auch Menschen, die sonst vielleicht nicht unbedingt in Ausstellungen gehen. Es ist ein neues Format entstanden, das Kunst anders präsentiert. Denn bei JesusChris gibt es nicht nur Kunst, sondern auch Begegnung, Austausch unter Freunden und Fremden und Echtsein. Keine Show (oder nur ein bisschen ;-), vielmehr Kunst und Realtalk.

Künstler zeigen sich. Menschen begegnen sich. Das ist wundervoll und ein einzigartiger Kulturbeitrag für die Stadt Essen. Ein Unikat. Ein Original. „ESSEN ORIGINAL“ – das war doch mal unser Motto, oder? Etwas, das es so woanders nicht gibt. Aber hier im Pott. Etwas, worauf wir stolz sein können. Und dankbar.
Dahinter stehen zwei Macher, denen eine Idee und ihre Leidenschaft wichtiger ist als Kohle, um noch mal an den Pott zu erinnern.

Natürlich gefällt das nicht jedem. Aber wenn man es jedem recht macht, kann man ja auch nur Mittelmaß sein, oder? Erst wenn etwas polarisiert, hat es das Zeug zu was Großem. Sonst ist es Middle of the Road, tut nicht weh – begeistert aber auch nicht.
Aber mal ehrlich, Faktencheck: seit fünf Jahren gibt es JesusChris und ich bin sehr oft da. Noch nie habe ich persönlich Randale erlebt oder Anlass Polizei oder Ordnungsamt anzurufen. Da manche den Impuls scheinbar hatten, wird seit einiger Zeit von Jesus und Chris noch penibeler darauf geachtet, dass es nicht zu laut wird.
Ja, da sind viele Menschen zwischen 19 und 22 Uhr. Immer wieder auch andere, neue Leute. Es braucht dafür keine Plakatierung, Kulturförderung, Flyer und Essen-Marketing. Sie kommen, weil es geil ist – Entschuldigung für den Ausdruck. Weil es einfach ist und authentisch. Es gibt ein bisschen Live Musik – meist unverstärkt, auf ein Stündchen. Menschen reden.

Kurz: ich glaube, das ist auch für empfindliche Gemüter ein Mal im Monat ertragbar. Vor allem, wenn sie sich für ein Leben im Szeneviertel mit Straßenbahnspur vor der Tür entschieden haben.

Liebes Essen, sei stolz auf diese Art Subkultur! Davon brauchst Du mehr, denn dem Pott steht die Ehrlichkeit, echtes Leben, Kultur und die Diversität. „Die Seele auf der Zunge“ hat mir mal jemand gesagt, als ich aus OWL hier hergezogen bin.
Bitte nicht noch mehr Bürokratie, Bedenkenträgerei und Problemfokus. Bitte neue Ideen, ausprobieren und einfach (einfach!) machen! Anders sein und bunt. Sich neu erfinden. Kultur-Wandel!!
Wir sind die einzige Stadt, die beide Titel trägt: Kulturhauptstadt und Grüne Hauptstadt Europas! – Essen, das ist unser Weg: Kultur und Natur! In einer Metropole! Wo gibt es sowas?

Katrin