Schweren Herzens „musste“ ich nach mehr als 12 Jahre in diesem Jahr das Südviertel verlassen und mit meiner Familie in eine größere Wohnung in einen benachbarten Stadtteil ziehen.

Mein Mann und ich haben das Wohnen dort so genossen, dass wir sogar einmal vor lauter Heimweh wieder zurück in’s Viertel gezogen sind.

Ich behaupte, das Leben im Süd Viertel bietet so viele Möglichkeiten, wie in keinem anderen Essener Stadtteil: Leben im Grünen, fußläufig zum Stadtgarten, eine familienfreundliche Atmosphäre, wie man sie selten in einer Großstadt erlebt und gleichzeitig ein vielfältiges kulturelles und gastronomisches Angebot.
Nicht umsonst hört man Touristen begeistert sagen: Hier ist es wie in Kreuzberg!

Bewohner:innen und Unternehmer:innen machen den Charme dieses Viertels aus. Wo sonst wird einem mehrfach und von den verschiedensten, fremden Menschen als Schwangeren Hilfe angeboten, wenn man auf dem Edeka Parkplatz auf dem Boden sitzt, weil der Kreislauf gerade nicht nehr will: Genau hier passiert so etwas!!

Ich war wirklich bestürzt, als ich von der anonymen Beschwerde und deren Inhalt erfahren habe und frage mich, wie man scheinbar guten Gewissens solche Aussagen treffen kann und beispielsweise die Betreiber der Galerie JesusChris und ihre Gäste derart „beschreiben“ kann. Ich weiß ganz persönlich, dass es sich hier um Menschen handelt, die das soziale Miteinander stets im Blick haben und sich darüber hinaus kontinuierlich für andere Menschen UND soziale Einrichtungen in Essen einsetzen: Sei es durch kreative Spendenaktionen oder durch Aktivierung ihrer vielfältigen Kontakte.
Diesen Menschen oder von ihnen durchgeführte Events so darzustellen, als würden ansässige Familien darunter leiden, ist polemisch und entspricht in keiner Form der Realität!

Auch bezogen auf den Kiosk und die Betreiber-Familie „wundere“ ich mich sehr über die Aussagen, die in der anonymen Beschwerde getroffen werden: Eine so freundliche Kleinunternehmer-Familie hat ein faireres Verhalten verdient.
Kann man es allen Ernstes als störend empfinden, dass dort Menschen vir dem Laden sitzen und in’s Gespräch kommen. Es fehlt hier wohl am Verständnis dafür, dass nicht Jede/r im Viertel über eine Wohnung mit Balkon oder sogar Garten verfügt…
Und, sollte es nicht in unser aller Interesse liegen, dass sich Nachbar:innen dort begegnen und auch mögliche Differenzen (wie sie unter Menschen nun mal vorkommen) im persönlichen Gespräch klären können, statt anonyme Briefe an die Stadtverwaltung zu schreiben..?!

Ich für meinen Teil freue mich sehr, dass unser Kind ab August eine KiTa mitten im Süd-Viertel besuchen wird, sodass sich unser Kontakt zum Viertel, seinen Bewohner:innen und den Unternehmer:innen wieder intensiveren wird.

Und ich hoffe, dass das Viertel und seine Menschen bleibt bzw. bleiben, wie es ist und sie sind:
Vielfältig, weltoffen, kommunikativ und familienfreundlich!

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