Ich liebe dieses Viertel.
Deswegen bin ich auch vor 20 Jahren hier hin gezogen, da ich den Läden und dem bunten Treiben rund um den Isenbergplatz nahe sein wollte.
Damals war das hauptsächlich die dort (glücklicherweise nach wie vor) ansässige Gastronomie. Aber seit dem hat sich so viel getan. Wie ich finde nur zum Positiven.

Ich habe immer mal wieder damit geliebäugelt nach Hamburg zu ziehen, aber dieser Wunsch wurde von Jahr zu Jahr kleiner, weil sich so viel Großartiges im Viertel getan hat.
Gerade in Sachen Kunst und Kultur. Ausstellungen (und ja – auch Ausstellungseröffnungsfeiern mit vielen Gästen … was für ein Glück), Kunst in den Schaufenstern, Kunst im Kreisel, Konzerte, Performances, ein bisschen Kino, Lesungen und andere Veranstaltungen … ein stetig wachsendes, mannigfaltiges kulturelles Angebot!

Als meine Nichte vor ein paar Jahren anfing Abends auszugehen, war sie mit ihren Freundinnen im Südviertel unterwegs und sagte zu mir am nächsten Tag: „Krass. Das ist wie in Berlin!”
“Ja”, sach ich ….”nur geiler – weil hier”!

Und dazu gehört eben diese bunte Mischung. Und ja, es ist auch manchmal lauter, als in Doppelhaushälftenhausen.
Das ist nicht jedermanns Sache und ich kann verstehen, dass es manch einem zu trubelig ist.
Aber ich verstehe diese Beschwerde nicht! Denn genau das ist es doch was das Viertel ausmacht. Und das war mir bewusst als ich hier hin gezogen bin.

Heisst: ich ziehe nicht neben einer Kirche ein und beklag mich dann über das sonntägliche Glockengeläute
Oder in die Wohnung neben der Schule und beschwer mich über Pausenlärm.
Oder ziehe in die Hafenstraße, wenn ich Fußball scheiße finde.

Das gehört zum Viertel. Das macht den Charme aus.
Wildes Rumgegröle, Pöbeleien oder furchteinflößende Situationen habe ich im Viertel im Allgemeinen sehr selten, und bei euren Ausstellungseröffnungen im Speziellen NIE erlebt.
Sondern eben Musik, Austausch, Unterhaltung, Lachen … und das einmal im Monat.
Kann das wirklich Anlass zum Unglücklichsein sein? So sehr, dass man sich ohne Umwege oder vorheriges Gespräch mit euch „hilfesuchend“ an den Oberbürgermeister wendet?

Das ist hier zu einem richtig coolen Kiez geworden und ich merke immer, wenn ich Besuch “von auswärts” habe, und ich diesen durch’s Südviertel führe, dass ich mich auch wunderbar als Stadtführerin in meinem Viertel eignen würde, so viele schöne Geschichten und Anekdötchen die ich hier teilen kann.
Und die Gäste bisher haben’s geliebt. Weil man hier war erLEBT, weil man hier ins Gespräch kommt – auch wenn das Gespräch manchmal zugegebenermaßen bis in die Nacht geht. Ich lade die Person, die sich beschwert hat hiermit gerne und herzlich zu so einem Gang durch’s Viertel ein.
Ich bin auch kein Freund von Remmidemmi, aber wenn ich in ein “Szeneviertel” mit vielen Kneipen ziehe, dann bin ich mir doch bewusst, dass es dort lauter zugeht als im Sackgassendorf.

Es heisst auch Kneipenkultur.
Und auch der Kiosk gegenüber. Leute – wir sind hier im Ruhrpott.
Ist doch super, wenn auch die KioskKULTUR am Leben bleibt.
Wo is schöner, als anner Bude?

Wie gesagt. Ich wohne hier seit 20 Jahren. Im selben Haus. Und alle Nachbarn, die hier weggezogen sind und zu denen ich noch Kontakt habe, sagen mir immer wieder, dass sie das Viertel vermissen.

Ich erlebe hier allergrößtenteils wirklich ein entspanntes Miteinander und ich fände es sehr schade, wenn sich daran etwas ändern würde.
Leben und Nachtleben lassen.

Das ist jetzt ziemlich ungefiltert.
Nehmt daraus, was ihr wollt/was der Sache dienlich ist.

Amore!

Heike K.

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