Kürzlich ereilte uns während unserer obligatorisch-ausgedehnten Mittagspause (Siesta vulgaris) die schlagartige Erkenntnis:

„OMG! Wir haben ja noch gar keine Ausstellung für März!!!“ Total die Planung verpeilt.

Nach panikartiger Schnappatmung und anschliessender Rekonvaleszenzphase inklusive „Nackt-durch-den-Wald-rennen und Verse-von-Rilke-zitieren“ kehrten langsam Bewusstsein und Urvertrauen in das Universum zurück … im Klartext: zurücklehnen, chillen und abwarten :-)

Später am Tag stand dann auch überraschend eine Dame vor dem Laden, interessierte sich offenbar für die Werke von Benno Schlicht und natürlich baten wir sie auf unsere unnachahmlich-unwiderstehlich-charmante Art herein. (HAR HAR)

Nun stellte sich aber heraus, dass die werte Salomé mitnichten zum Schauen, sondern eher zum Zeigen vor Ort war und so kamen wir in den Genuss ihrer Arbeit, die wir auch recht schnell zu schätzen wussten. Ausstellungstermin im März besiegelt, fertig. Spontan ist einfach unschlagbar. Erkenntnis dazu (wie so oft im Leben): Wieder total umsonst gestresst. Es fügt sich einfach doch meist alles.

Salomé Berger ist gebürtige Schweizerin aus Bern. Seit 2013 studiert sie bei Prof. Cornelius Völker an der Kunstakademie in Münster. Seitdem konnten ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen deutschlandweit, u.a. in Münster, Duisburg, Kunstpalast und Malkasten zu Düsseldorf, als auch international in Shanghai, China bewundert werden.

Salomé ist fasziniert von Gegensätzen. Dem Wechselspiel zwischen Organik und Anorganik, zwischen Licht und Schatten, Poesie und Ratio, Auflösung und Verdichtung, Hässlich und Schön, Paradies und Untergang.

Ihr surrealen Poolszenarien wecken beim Betrachter subtile Erinnerungen und Eindrücke, Empfindungen, die im Kontext mit diesem Sujet ganz persönliche Assoziationen auslösen. Ein bestimmter Ort auf einer Reise, der einen in den Bann zog. Szenen aus einem Film, der Sehnsüchte, Beklemmungen, Ängste getriggert hat. Vielleicht das Haus der Grosseltern aus der Kindheit … Ausgangsort für endlose Abenteuer und Erkundungsstreifzüge. Aber auch für Grusel und Gänsehaut.
Wir alle haben diese tief verwurzelten Bilder und Imaginationen. Und oft finden sich dort Orte, die Salomé in ihren Arbeiten gekonnt frei visualisiert.

Durch Überlagerungen und Schichten entstehen Räume und Flächen, verschwimmen, verschwinden, erscheinen erneut und geben vor, bekannte Orte zu sein. Konstruierte Gewässer in nur scheinbar natürlicher Umgebung. Menschenleere. Einsamkeit. Unbesetzte Liegestühle. Eine merkwürdige Ruhe herrscht. Salomés Inszenierungen verharren oft zwischen Vergangenem und Kommenden. Viele Bildtitel sind extrahierte Rilke-Zitate (womit sich der Kreis zu unserer oben beschriebenen Panikattacke schliesst. Zufall?), deren Poesie die Arbeiten in lockerer Interpretation durchdringt. Die Dichtung ist der Künstlerin sehr nahe, sehr wichtig .. und so entstehen im Zusammenklang zwischen Darstellung und Wort atmosphärisch dichte Motive mit einer sehr starken und intensiven Sogwirkung auf den Betrachter.

Wir sind Salomé (und dem Universum) sehr dankbar für diese spontane Ausstellung und freuen uns wie immer im Voraus wie sonstnowwatt auf euch und den Abend und die Kunst und überhaupt … :-)

Übringens: Diesmal spielen aber wirlich unsere wunderbaren MarLa (Maria Garcia Lora und Laura Totzke) nach erfolgreicher Genesung. Hurra!

In diesem Sinne,

strömet herbei. Es wird sehr gut …

Salomé, Jesus und Chris

P.S. GLÄÄÄÄÄÄSER (o.Ä.) MITBRINGEN :-)