Halloooo ihr apokalypsetrotzenden Held*innen da draussen, ähhh – drinnen!

Wir überlegen ja seit Tagen quasi unentwegt, wie wir jetzt ausstellungsmässig mit der Situation umgehen und oszillieren natürlich tagesaktuell synchron zum Ausschlag der Nachrichtenlage.

Die Eröffnungen ab Mai / Juni etc. würden wir erst einmal voller Optimismus stehen lassen. Schaut man sich das Geschehen an, so kann niemand sagen, welche Dynamik daraus noch erwächst. Absagen können wir immer und niemand hat eine Glaskugel.

Was die absehbar kommenden Dinge angeht … nun, wir haben uns entschlossen, noch nicht final (es sei denn, es gibt definitiv Order von ganz oben) zu kippen, weil wir

a) glauben, verantwortungsbewusst und solidarisch-sozial wie wir euch kennen, kommt ihr eh nicht!

b) überlegen, einfach trotzdem zu hängen und das Ganze inklusive Livemusik irgendwie auf Youtube oder so zu streamen. Das wäre zumindest mal ein kreativer Umgang mit der Situation und bestimmt auch (unfreiwillig) witzig. Was Smartphone-Hersteller mit ihren Neuvorstellungen machen, das können wir doch bestimmt auch 

Ist nur so eine Schnapsidee. Ob wir das hinbekommen und ob ihr und die Künstler darauf Bock haben, wird man sehen. Aber lustig in Zeiten des Budensitzens wäre es schon. Und sich dann die Ausstellung vielleicht mal im Alleingang tagsüber in Ruhe anzusehen, sollte ja risikotechnisch noch drin sein (sofern keine Ausgangssperre herrscht und das KSK (also nicht DIE KSK) draussen patroulliert).

Ansonsten wünschen wir euch allen primär Gesundheit und einen halbwegs gelassenen Umgang mit der Lage.
Vielleicht wär es gar nicht verkehrt, die Situation mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Es ist bemerkenswert, wie oft die Worte „Wirtschaft“, „Märkte“, etc. in den Headlines der Corona-Nachrichten vorkommt.
Wäre man ein Schalk, könnte man den Eindruck haben, das hätte in der Tat die absolute A-Priorität, oder?
Hauptproblem ist demnach auch weniger die Befindlichkeit der Menschen, sondern primär, wann das Spice bloss zügig wieder fliesst. Und vielleicht ist es ganz gut, einfach mal kurz innezuhalten und darüber zu sinnieren, wie fragil dieses Ding ist, dass wir uns da um uns rum gebaut haben – und wie vergleichsweise wenig (Es ist doof, niemand möchte verharmlosen … aber gibt sicherlich noch üblere Pandemiekanditaten) nötig ist, dem Hamsterrad eine ordentliche Stange in die Speichen zu hauen. (Und sind wir mal ehrlich … so eine Sache kommt selten aus heiterem Himmel. Unser enthemmter Lebensstil ist eventuell … na, egal.)

Das Rad funktioniert aber nun nicht mehr, weil IHR nicht mehr drin seid und dabei rotiert wie die Gestörten. IHR sorgt ja nun dafür, dass unsere hochentwickeltes, oft abstraktes System läuft – aber vieles darin läuft auch suboptimal und zu oft undankbar und unangemessen nervig auf eure (Lebens-)Kosten.

In diesem Kontext seien dann aber jetzt noch einmal ganz krass die grossartigen Menschen in Medizin, Pflege, Sicherheit und Entsorgung genannt … die geben jetzt noch einmal Extrazeit und Kraft für uns alle und man kann ihnen nicht genug Dank und Hochachtung schenken! Danke! Danke! Danke!

Sich also seines eigenen Wertes bewusst zu werden, zu merken, dass ohne einen nicht viel geht … das kann man doch auch mal so annehmen. Und nebenbei noch ein bisschen Zeit für Partner*in, Kids, Bücher, die eigenen Bedürfnisse, den Nachbarn … irgendwie kann sowas auch zusammen schweissen (es sei denn, man hat dem Meier von gegenüber das letzte Mehl und Klopapier vor der Nase weggekauft). Und ganz ganz ganz vielleicht geht man mit diesem neuen Wertebewusstsein auch NACH der Krise nochmal neu an Vieles ran und lässt sich nicht mehr ganz so sehr verarschen.

HAMSTERN wir doch einfach mal Zeit. Und – ganz ehrlich … rechnet mal Drinks, Kinobesuche, Aus-Essen, Sprit, Bordellkosten, Flugtickets, etc, etc … zusammen. Für 1-2 Monate Aussetzen könnt ihr aber Papierrollen und Nudeln ranschaffen, bis der Arzt kommt (ok, doofer Hinweis) … aber die laufenden Kosten für diese Zeit sinken schon beträchtlich. Das alles ist nicht töfte, aber wir fliehen immer noch nicht vor Krieg, Armut und durchgeknallten Despoten (oder allem zusammen) um unser Leben. Wir haben meist immer noch ein vergleichsweise luxuriöses Dach über dem Kopp. Und den A**** kann man sich zur Not auch unter fliessend Wasser (ok, das versiegt bestimmt auch bald) säubern.

Vielleicht sind wir ja naiv aber irgendwie herrschte heute auf der Strasse bei Sonnenschein schon eine sehr kommunikative Atmosphäre. Man merkt, die Leute möchten miteinander reden, halten aber auch verantwortungsbewusst Abstand und machen den Ellbogen-Touch. Sie haben das Bedürfnis, sich auszutauschen – egal, ob man das Gegenüber schon kennt oder nicht. Es war auffällig. Dafür ist ja normalerweise wenig Zeit. Die Leute rücken ein wenig zusammen (Klar, gibts die egoistischen Arschgeigen, die alles wegkaufen und auf der Kinderstation das Desinfektionsmittel klauen, aber – ey – wir möchten glauben, dass das nicht die Mehrheit ist).

Geniessen wir die Videos aus Italien, wo ganze Blocks miteinander musizieren und via Balkonien kommunizieren. Das ist toll und man kann nur hoffen, dass die Gesellschaft nach dem Virus nicht wieder sofort vergisst.

Also – die Situation ist nicht doll, aber wir sollten versuchen, das Beste draus zu machen und alle Seiten zu betrachten. Es geht vermutlich vorbei.

In diesem Sinne – bleibt gesund, wascht euch die Flossen und vor allem – bewahrt euren Humor, eure Lebensfreue … und – traut eurem Körper auch mal was zu. Es gibt halt zwischen gesund und tot viele Gradiationen!

Liebe Grüsse,

eure Kunstbanausen