Was wurde (und wird) viel sinniert und spekuliert … was macht Corona mit uns und unseren Rollen in Familie und der aktuellen Gesellschaft(sordnung). Wie gehen wir, wie geht jeder für sich damit um? Wie hat der Lockdown in unsere Lebensphilosophie und unsere Gewohnheiten eingegriffen?

Plötzlich entdecken wir wieder „wahre“ Werte und Prioritäten, hinterfragen unser Tun in Arbeit, Position und Alltag … und kommen vielleicht auf ganz neue (oder bereits ganz alte) Ideen, spüren unentdeckte Leidenschaften auf, erinnern uns an olle Träume und Triebe. Wir beginnen vielleicht zu malen, zu fotografieren, denken uns Geschichten aus, musizieren, kochen, handarbeiten (allein diese ganzen kunstvollen Gesichtsmasken) …

Wie nachhaltig diese neugewonnenen Vorsätze, Erkenntnisse und Motivationen sein werden, wenn das Hamsterrad wieder ungebremst läuft, sei dahin gestellt. Zu alt und verlockend die eingefahrenen Mechanismen, Muster, Gewohnheiten, Bequemlichkeiten – und natürlich auch die Ängste und Sorgen um Status Quo und (relativen) Wohlstand.

Umso wichtiger scheint uns, die – momentan noch recht frischen – Ergebnisse irgendwie zu konservieren, für die Post-Corona-Ära zu erhalten. Als Belege und Zeugen für Alternativen und Möglichkeiten jenseits des vermutlich wieder viel zu schnell einsetzenden einlullenden Alltags mit seinen Nervereien und Lebensunzufriedenheiten. Als Symbole dafür, dass man auch immer irgendwie eine Wahl hat 

Daher möchten wir euch bitten – wenn ihr während des Lockdowns oder auch hoffentlich jetzt noch – neue kreative Wege beschritten habt / beschreitet und damit den Flow des Jahrzehnts erlebt:

Kommt vorbei und stellt uns eure Ergüsse vor. Erstmal egal, was. Wir haben die Vision einer PostCorona-Ausstellung. Wie diese aussehen kann / wird, ist natürlich davon abhängig, was von euch auf uns zu kommt. Vielleicht werden es ja auch einige Abende mit Lesungen, Wohnzimmerkonzerte, whatever … wir fänden es auf jeden Fall grossartig, neue Schaffenskraft nicht nur in der Theorie zu mutmassen und damit schnell zu vergessen, sondern ihr und den Menschen dahinter auch ein entsprechendes Gesicht, ein Forum zu geben. Und wenn ihr dann demnächst wieder in eurer Tretmühle hechelt und rumjammert, dann hauen wir euch das gepflegt um die Ohren! 

Achja …. wir wünschen uns primär Menschen*Innen, die während dieser Zeit wirklich für sich NEU oder nach langer, langer Zeit WIEDER zu Kunst und Kreativität gefunden haben. Das ist für uns das Spannende daran. Also – tut uns leid – amtierende Künstler sollten da jetzt mal kurz zurückstehen. Seid uns nicht bös. Das ist einfach der Kern der Idee. 

Also – wie wäre das? Wir freuen uns auf euer Feedback!

Liebe Grüsse,

Jesus (der das Malen entdeckt hat) & Chris (der sich entdeckt hat)

 

Radio Essen Feature

Dazu auch noch ein kurzes Feature auf Radio Essen…